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Kommentar zu

'Monsieur Claude und seine Töchter'

(Philippe de Chauveron, 2014)

 

 

Qu'est-ce qu'on a fait au Bon Dieu? Zu Deutsch: Was haben wir dem Lieben Gott getan? So der Originaltitel eines Films, der so unintelligent ist, wie die meisten seiner Dialoge. Ein Film, der mit Witz und Tempo daherkommt und der in vielen schnell aufeinanderfolgenden Szenen der Betrachterin keine Zeit lässt, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Die meisten Dialoge erheben, ganz nach Manier anspruchsloser Seifenopern, nicht den Anspruch authentisch zu sein; sie geben von Filmbeginn bis -ende lediglich die geistigen Leitplanken vor, innerhalb derer die Betrachterin die Reise der leidgeplagten weißen Eltern von ihrem Dasein als Alltagsrassisten zu toleranten Weltoffenen mitmachen soll, ohne selbst denken zu müssen. Fehlende Übergänge in dieser Entwicklung, die die dürftige Storyline nicht hergibt, werden mit billigen Witzen übermalt. Humor ist etwas anderes. Dennoch ein Film, der sich großer Beliebtheit erfreut und ein millionenfaches Publikum anlockt. Sein Problem formuliert Julia Dettke in ihrem Zeit-Artikel 'Ziemlich rechte Freunde' so: “Alltagsrassismus wird als Identifikationsbasis vorausgesetzt. Der Film macht sich nämlich nicht über Vorurteile lustig, er basiert auf ihnen.”

 

 

 

Der Film kokettiert mit dem Image, weltoffen und tolerant zu sein und eine antirassistische Botschaft der Völkerverständigung zu vermittlen. Dabei tut er nichts dafür, Klischees aufzubrechen oder nur zu hinterfragen. Im Gegenteil: Uralte Vorurteile werden ausgegraben und bis zum Erbrechen wiederholt, sodass sie sich erst recht im Kopf der Betrachterin festsetzen. So wird etwa das Vorurteil über die tierisch-unbändige Lust des schwarzen Mannes erst losgelassen, um dann in die Irre geführt zu werden: Die vermeintliche Affäre entpuppt sich als seine Schwester, er lebt wohl doch monogam. Trotzdem ist der schwarze Mann der einzige der Schwiegersöhne, der halbnackt gezeigt wird und in gleich zwei Szenen im Bett mit der jüngsten Tochter gezeigt wird. Dann muss also immerhin doch etwas dran sein, an diesem Vorurteil.

 

Wer mit Fragen nach dem reflektierten Umgang mit Vorurteilen in diesen Film geht, wird folgende Antworten finden: Rassismus ist okay, schließlich sind wir ja alle rassistisch – zumindest ein bißchen. Und wenn wir alle Rassisten sind, ist es am Ende vielleicht keiner. Zumindest kann man dann drüber lachen oder, der beste Tipp der vier Töchter: einfach weghören und Arroganz und Diskriminierung der andern ertragen. Die Franzosen sind letztlich noch nicht einmal Schuld am eigenen Rassismus, schließlich sind es die anderen, die ihr Land so übervölkern, dass man in gewissen Vierteln von Paris plötzlich als einziger Franzose dasteht. Zumindest als einziger weißer Katholik, denn so eine französische Staatsbürgerschaft sagt schließlich noch nichts aus! Letztlich können wir aber doch noch über kulturelle Unterschiede hinwegsehen, wenn wir uns nur ordentlich betrinken. Völkerverständigung ohne Alkohol? Das wird eher schwierig.

 

 

 

Als wenn das nicht genug wäre, haut der Film auch ordentlich in die Geschlechterkerbe. Man stelle sich vor, der Film hieße Monsieur Claude und seine Söhne. Wen würde kümmern, dass eine Jüdin, eine Araberin, eine Chinesin und eine Schwarze nun endlich ordentliche Französinnen mit französischem Nachnamen würden? Die Männer des Films sind allesamt Lachnummern. Vom chauvinistischen Machovater Claude, über den aggressiven Militärvater im Boubou, über die vier sympathisch-treublöden Schwiegerväter, bis hin zum verkappten Schwuchtel-Pater, der sich im Beichtstuhl sitzend per Online-Versandhandel Kleider bestellt: Sie können eigentlich nicht ernst genommen werden, und trotzdem sind sie die Entscheidungsträger, Repräsentanten und Macher, ohne die Politik und Geschichte nicht liefen, ohne die es keine Familienfeste und Hochzeiten gäbe, keine Wirtschaft und kein Geld. Die Frauen sind, überlässt man sie mal sich selbst, allenfalls hysterisch oder depressiv. In üblicher europäisch-moderner Manier müssen die Frauen, symbolisch für das Land, verteidigt werden. Die Männer stürmen das Land und säen ihre Saat, um ihre Früchte zu ernten. Sie kommen, sehen und siegen. Und jetzt sind es nunmal ausländische Männer, die nach Frankreich kommen. Die Franzosen sehen sich dabei lieber als Opfer, wie der Originaltitel schon sagt: Was haben wir denn dem lieben Gott eigentlich getan? Womit verdienen wir das? Die französische Kolonialpolitik ist allenfalls für den afrikanischen Papa ein Grund zum Ärgernis, aber schließlich ist der ja selbst gewalttätig, hat im Militär gedient und will andern den Kopf einschlagen. Wenigstens ist er Gaullist, darauf kann Mann sich einigen.

 

Kein Platz ebenfalls für Homosexuelle, die dürfen allenfalls die heterosexuellen Paare trauen und ihre Hochzeitsdeko vorbereiten. Dann doch lieber Ausländer, wenn sie nur ordentlich in Frankreich leben und so erfolgreiche Berufe wie Staatsanwalt und Banker haben und – wie zynisch – bei den Spielen der Fußballnationalmannschaft den blutigen Text der Marseillaise mitgrölen. Das hat dann auch für Vater Claude orgasmische Qualitäten. No homo, versteht sich.

 

 

 

Die Töchter, symbolisch gesehen also der französische Grund und Boden, sind verloren – der häßliche Franzose geht leer aus. Er schafft es nicht ins 21. Jahrhundert. Ein klares Bekenntnis an die französische Realität. Eine Realität, die Frankreich (im der filmischen Darstellung die weißen Eltern) spaltet, aber es nicht schaffen wird, sie gänzlich auseinanderzutreiben. Von den neuen Einflüssen pickt mensch sich das beste raus. Muskulöse Schwarze tanzen jetzt den trendigen Zumba vor, damit die fetten katholischen Hausmuttis noch ein paar Pfunde verlieren. Und da ja die ausländischen Schwiegereltern Gott sei Dank bleiben, wo sie hingehören, nämlich im Ausland, kann der kluge Franzose sich als weltoffen geben, indem er einfach deren Herkunftsländer noch als Urlaubsdomizil nutzt. Wenn Franzosen reisen, ist das nämlich okay. So hat Monsieur Claude aus der Not eine Tugend gemacht.

 

 

 

Die beste Szene ist gleichzeitig eine, die mit ihrer gezwungenen Komik so offenbar gewollt hineinmontiert ist, dass sie den Film und seinen Erscheinungskontext gut zusammenfasst. Um Claude und den schwarzen Schwiegerpapa aus der Ausnüchterungszelle abzuholen, versammelt sich die ganze Muppetshow der Schwiegersöhne vor der Gendarmerie. Die Geschichte von den vier interkulturellen Hochzeiten findet der französische Beamte dann überhaupt nicht witzig, sondern so unglaubwürdig, dass er die Männer anbrüllt und rauswirft. Zumindest aus der Gendarmerie. Im Land dürfen sie nämlich ganz legal bleiben.

 

 

April 2014

 

Gedanken zu Nymph()maniac (Lars von Trier)

 

 

Die beiden Figuren, Joe und Seligman, gehen heillos unter. Das Gespräch, das den Film ausmacht, ist fast wie eine Therapie, aus der beide gestärkt und als neue Freunde hervorzugehen scheinen. Im Verlust seines So-Seins, indem der asexuelle Seligman also den Lüsten und Bildern nachgibt, die er aus der Gesellschaft bezieht, mal mit einer Frau geschlafen zu haben, manifestiert sich, was Joe lapidar und resigniert als Quintessenz der Menschheit anbietet: Hypocrisy - Heuchelei.

Sie sollte Recht behalten und wird dennoch überrascht, hat sie doch Vertrauen gefasst und sich vor ihm verwundbar gemacht (sich im Erzählen geöffnet, schläft dann wie ein Kind mit dem Rücken zur Tür, nicht sehend, ob und dass er sich nähert). Seligman fällt zurück in die Rolle des Aggressors, nimmt die Position des heterosexuellen und sexuell aktiven Mannes ein, der Frauen geringschätzt, trotz Asexualität, trotz Intellektualität, trotz aller Empathie: “But you've fucked thousands of men!

Joe sieht sich wortwörtlich in die Ecke gedrängt und angegriffen, unterlegen. Doch auch sie ist nicht bloß sein Opfer. War sie erst froh, nicht an ihrem Geliebten Jerôme zur Mörderin zu werden, so wird sie es an Seligman. Beide machen sich schuldig.

 

 

 

Beide Figuren sind ambivalent, oszillieren zwischen einem bloßen Menschsein, einem Wie-alle-anderen-Sein und ihrem So-Sein, das sie durch die Brille der Sexualität auf unterschiedlichen Polen angeordnet hat: ihn sexuell inaktiv, sie sexuell hyperaktiv. Das Entgegenkommen in der Mitte dieser Skala wird für beide zum Fiasko, endet in der Katastrophe. Über die Sexualität hinweg bringt die physisch-sexuelle Annähreung beider Figuren deren gesellschaftlich konstruierte Rollenbilder und Lebensmodelle so sehr ins Wanken, dass es mit einem Knall endet. Beide sind Opfer, beide sind Aggressoren, Kausalitäten lassen sich nicht auf einen Ursprung zurückführen. Beide waren Grenzgänger, die es hätten besser wissen können. Von Trier zeigt hier, was er vom Menschen hält uns was von dessen Sexualität, die für ihn zum Verhängnis werden kann; in Momenten und einzelnen Augenblicken, die keineswegs repräsentativ sind und dann doch unser Leben ausmachen können.

Die Sexualität ist nicht die einzige oder größte Macht, die im Menschen haust. Aber sie ist eine davon. Letztlich ist der Mensch Mensch und kann sich nicht über sich selbst hinwegsetzen. Ob dazu gehört, dass er sich in Augenblicken der Schwäche (oder Stärke?) seiner Natur (Sexualität) beugt und nachgibt – oder aber seiner Kultur (Rollenbildern), läuft bei Nymph()maniac kreisläufig auf dasselbe hinaus.

 

Juni  2014

 

Kapitalismus, Sexualität, Selbstbestimmung und Widerstand in der Postmoderne:

 

"Solange deine Hämorrhoiden keinen Kugelschreiber halten können sind sie in der Opposition. Das ist Widerstand."

René Pollesch: Ein Chor irrt sich gewaltig (Volksbühne Berlin)

August 2014

Discovered today among the work of Natalie Czech -

a poem by Gertrude Stein:

 

The minute you or anybody else knows what you are

you are not it,

you are what you or anybody else knows you are

and as everything in living is made up of finding out what you are

it is extraordinarily difficult really not to know what you are

and yet to be that thing.

Dezember 2013

... Lektion in positivem Denken zum Jahresabschluss

(Vorsicht: nichtlustig!)

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Comments: 1
  • #1

    Manon (Wednesday, 18 December 2013 13:05)

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-inderin-devyani-khobragade-wurde-in-new-york-festgenommen-a-939738.html

    Man beachte den letzten Absatz :(

Mein europäischer Traum

November 2013

Was lange dauert...? wird endlich gut. Oder so ähnlich. Jedenfalls nach über einem Jahr Vorbereitungszeit hier  die jüngste Print-Ausgabe des move-Magazins, mein Artikel "Stirb und Werde" auf S. 14.

June - July

Workcamp Season: off for the summer...

Comments: 1 (Discussion closed)
  • #1

    Manon (Friday, 05 July 2013 09:15)

    Ich glaube du schummelst! Sind das nicht Bilder aus dem letzten Jahr? :D

26 May

 

This movie is up next: Your Beauty is Worth Nothing by Turco-Austrian movie maker Hüseyin Tabak.

---

Güzelliğin on par' etmez - Deine Liebe ist nichts wert 

1 May

 

First impressions of Earth...

...and impressions of a jolly good time in Bucharest !

 

 

Comments: 3 (Discussion closed)
  • #1

    Mara (Thursday, 02 May 2013 15:50)

    Still in Bucharest Christoph?

  • #2

    crbeeh (Thursday, 02 May 2013 16:06)

    ...wish I was ;)

  • #3

    sisi (Friday, 23 August 2013 01:56)

    loving that pic! ;D

24. April

Ist das das Berliner Lichterfest?

...neulich Nacht in meinem Kiez

Comments: 2 (Discussion closed)
  • #1

    Manon (Friday, 26 April 2013 12:36)

    Diwali? ;)

  • #2

    crbeeh (Monday, 29 April 2013 12:17)

    Gute Idee... vielleicht? :)

found on: iwastesomuchtime.com

20 April 

 

Polemic? Titled "Sad and True" (found here), this shows how biased the media are in selection, how biased our own world view is, not to speak of a contingent sense of compassion and solidarity.

15. April

 

Wusste gar nicht, dass man bei Amazon.de auch Klamotten shoppen kann!?

 

 

Overhead Abaya Style - Frühlingstrend 2013
Overhead Abaya Style - Frühlingstrend 2013
Comments: 2 (Discussion closed)
  • #1

    Manon (Wednesday, 24 April 2013 13:00)

    Bei Amazon kann man mittlerweilse quasi alles kaufen. Ob das auch sinnvoll ist, ist was anderes ;)

  • #2

    crbeeh (Wednesday, 24 April 2013 20:24)

    ...na, jedenfalls habe ich da einen Vorschlag für dich, was den Frühlingstrend 2013 angeht :)

28 Marz

 

Schränkt die Konsumkultur meine Freiheit ein? 

Eine Stadt ohne Außenwerbung wird möglich. In Berlin gründet sich das Amt für Werbefreiheit und Gutes Leben.

Hier geht's zum lesenswerten Artikel der SZ auf jetzt.de.

24 March

 

> Indeed, the moment one part weighs heavier, dissensus becomes consensus, is the moment democracy ceases to be democracy and becomes something else. <

 

Read a worthwhile article on (the decline of) Liberal Democracy here.

18 March

 

taking notes...

these are my favourite quotations !

18. März

Die anderen Gesellschaften sind vielleicht nicht besser als die unsere; selbst wenn wir geneigt sind, dem zuzustimmen, besitzen wir doch keine Methode, es zu beweisen. Wenn es uns aber gelingt, diese fremden Gesellschaften besser kennenzulernen, verschaffen wir uns eine Möglichkeit, uns von der unsrigen zu lösen, nicht weil sie absolut schlecht oder als einzige schlecht wäre, sondern weil sie die einzige ist, von der wir uns emanzipieren müssen.

          Damit versetzen wir uns in die Lage, die zweite Etappe in Angriff zu nehmen, nämlich alle Gesellschaften heranzuziehen, ohne das Geringste von ihnen zu übernehmen, um jene Prinzipien des sozialen Lebens herauszuschälen, die uns erlauben, unsere eigenen Sitten und nicht die fremder Gesellschaften zu reformieren: denn dank einem umgekehrten Privileg können wir einzig die Gesellschaft, der wir angehören, verändern, ohne Gefahr zu laufen, sie zu zerstören; denn die Veränderungen, die wir einführen, kommen auch aus ihr selbst.

 

Claude Lévi-Strauss, Traurige Tropen [1978 (S. 388)]

 

14 March

 

getting ready for... BUCHAREST !

11th International "Border Crossings" Student Conference, 25-28 April 2013
11th International "Border Crossings" Student Conference, 25-28 April 2013

Bucureşti, you've been so good to me...

7. Februar

Neurokapitalismus: Wohin geht die Reise im 21. Jahrhundert? 

Lesenswerter Artikel über die Neurowissenschaft als Leitdisziplin einer globalen Gesellschaft, die Aldous Huxleys "Schöner neuer Welt" entsprungen sein könnte.

Hier geht's zum pdf-Artikel von Eurozine.

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  • #1

    Centrifugal Juicer (Thursday, 11 April 2013 01:45)

    This post was in fact just what I was trying to find!

4 February

found on iwastesomuchtime.com
found on iwastesomuchtime.com

3. Februar::Kiezerkundung::Richardplatz-Süd

--

...alttaki fotoğrafleri oturduğum mahallemde ("Kiez") keşif yürüyüşü yaparak çetkim...

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  • #1

    J (Sunday, 03 February 2013 13:33)

    Genau so hatte ich mir das gedacht :) Hoffe, es hat Spaß gemacht!

  • #2

    Manon (Sunday, 03 February 2013 18:02)

    Hat es bei euch heute auch geschneit? :)
    Du machst richtig gute Bilder! ;)

3 February

 

while drinking my coffee...

found on iwastesomuchtime.com
found on iwastesomuchtime.com

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2 February

 

enjoying gooood German music...

22. Januar

 

Kamera-Überwachung am Arbeitsplatz?

Hier geht's zur Petition von change.org, die sich gegen den Gesetzesentwurf richtet.

 

22. Januar

 

Sich vor andern über sich selbst lustig machen. Bricht das Klischees auf, oder verhärtet es sie nur?

In der SZ wird darüber nachgedacht.

10. Januar

 

Erkenntnis für das Jahr 2013

die welt ist kein komplize unserer erkenntnis

 

(michel foucault)

28. Dezember 

28 Aralık

 

für ein gutes neues Jahr - das alte schön ausklingen lassen !

Herkese Cem Adrian'ı dinletelim - herkese mutlu yıllar !

15 December

 

being ever-inspired by challenging reads

. . . 

such as

Giorgio Agamben's philosophical juridio-political treatise State of Exception 

in which he asserts that a government's declaring a so-called 'state of exception' (Notstand) did not actually refer to missing legal regulation. Instead, this only seemingly missing regulation concerns its relation to reality, the very possibility of its application. It is as if the juridical order contained an essential fracture between the position of the norm and its application, which, in extreme situations, can be filled only by means of the state of exception, that is, by creating a zone in which application is suspended, but the law, as such, remains in force.

 

Giorgio Agamben (2005): State of Exception. 

. . .

better take a day or two off to digest this?

11. Dezember

Vertrautes. Rückschau in Bildern.

...

 

Ich wollte weinen, wo ich einst

Geweint die bittersten Tränen -

Ich glaube Vaterlandsliebe nennt

Man dieses törigte Sehnen.

 

Ich spreche nicht gern davon; es ist

Nur eine Krankheit im Grunde.

Verschämten Gemütes, verberge ich stets

Dem Publiko meine Wunde.

 

...

 

aus: Caput XXIV / Deutschland. Ein Wintermärchen

Heinrich Heine

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7. Dezember

Home Sweet Home

 

Ich fühl' mich wohl in meiner neuen Wohnung!

 

Ausblicke:

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6. Dezember

 

Wenn das nicht Arabesk-Rock vom Feinsten ist?!

Rauf und runter: Das 2010er-Album der türkischen Rockband Badem.

 

Track 4

Aşık olamam

Yoksun yine                                       

sensiz niye

ben mutlu olalmam

aşık olamam.

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15. November

 

Über Freiheit, Verantwortung und Grenzen in der Wirtschaft: Joachim Gauck redet auf dem Führungstreffen 2012 der Süddeutschen Zeitung.

6 November

 

Now, this makes my whole month: Received word that a small book order has flown in all the way from South Africa. Exclusive stuff from a world-class novelist: André Brink. Can't wait!
--> Thank you Sandra!

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5. November

Flashmobs sind einfach das größte! 

Vor allem bei diesem Lied:

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Comments: 4
  • #1

    Manon (Tuesday, 06 November 2012 09:29)

    Na toll, youtube ist auf der Arbeit gesperrt :/

  • #2

    crbeeh (Tuesday, 06 November 2012 10:14)

    Auf der Arbeit wird ja auch nicht privat gesurft ;-)

  • #3

    Manon (Tuesday, 06 November 2012 19:43)

    Inner Pause wohl ;) :P

  • #4

    Manon (Tuesday, 06 November 2012 19:46)

    Wie geil ist das denn aber bitte :D

22. Oktober

 

Nachts sind alle Katzen schwarz

gesehen in Rixdorf
gesehen in Rixdorf

15. Oktober

 

NEUER ABSCHNITT

 

neue Wohnung

. .

neues Viertel

. .

neuer Kiez 

. . 

neues Semester

. .

neue Aufgaben

. .

neue Musik

4 June

 

Finally in Istanbul: Summer 2012. 30 degrees. Sunshine.

İstanbul'a YAZ geldi !
İstanbul'a YAZ geldi !

1 June 

 

reading Hayden White:

Is it possible that "identity" itself is a problem which no "search for identity" can ever resolve? Is it possible that any search for identity is never anything but an effort to come to terms with the ambivalence that characterizes one’s identification with the group to which the searcher ambivalently belongs?

 

Indulge yourself in the whole text here

30 May

 

nice

.

blue

.

light

.

calm

.

warm

.

may

.

evening

.

.

.

     21 May      /         21 Mai          /   21 Mayıs

Circassians  /  Tscherkessen  /  Çerkesler

 

Today, Circassians commemorate the displacement / genocide they faced in the 19th by the Russian Tsarist Empire.

Circassian diaspora are scattered throughout the world but organized in amazingly tight networks - as was demonstrated this weekend in several countries claiming recognition.

 

Also, they bring attention to the fact that the 2014 Olympic Games in Sochi / Russia will take place on the very grounds that the Circassians have been banishes and killed.

More information to be found here.

 

These are impressions from the activities in Beşiktaş / İstanbul

 

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Comments: 1
  • #1

    sisi (Saturday, 26 May 2012 09:53)

    sehr intensive bilder. hast du schön fotografiert, mein kleiner all-rounder ;D

20 May

 

New Music

New Pictures

 

---

 

20 Mayıs

 

YALNIZLIK ŞİİRİ (Orhan Veli)

Bilmezler yalnız yaşamıyanlar,

Nasıl korku verir sessizlik insana;

İnsan koşar aynalara,

Bir cana hasret,

Bilmezler.

 

şiirin eşliğinde dinleyin:

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  • #1

    Aslı T. (Sunday, 20 May 2012 11:29)

    in the matter of solitude hold on to "memories" http://www.youtube.com/watch?v=MARfCZOAJ4c this song about "memories" this Turkish video clip is humorous and also affecting.. ingilizce sözleride internette var.

  • #2

    Juli (Monday, 21 May 2012 07:34)

    wunderschöne Photos!

  • #3

    crbeeh (Monday, 21 May 2012 09:14)

    ikinize teşekkür ederim :)

  • #4

    Juli (Monday, 21 May 2012 22:05)

    Gerne :)

6 May

 

and that's for today :)

Note: This is not my artwork. I found it here

Comments: 2 (Discussion closed)
  • #1

    Sis (Sunday, 06 May 2012 18:54)

    Like

  • #2

    sisi (Saturday, 26 May 2012 09:55)

    haha, i like that attitude

30 April

 

Gegen Fernweh

hilft nur das Heimweh.
Das rufe ich und renne los.
Immer wenn der Regen gegen mein Fenster schlägt und
dabei ist es doch das Heimweh, das mich suchen lässt
an Orten fern von hier, in Leben, die fern von meinem sind.
Dieser alte Trugschluss
ist das, was mich antreibt,
ist das, was mich aufschreckt in der Nacht,
das, was ich nicht loslassen kann, also lass mich los.
Lass mich los.

 

(Gisbert zu Knyphausen: Es ist still auf dem Rastplatz Krachgarten.)

HÖREN

29 April 

 

Returning from a very inspiring conference on (Re-) Searching Europe hosted by Yeditepe University in Istanbul.

Thanks to the Border Crossings Network and everybody participating!

25 April

 

A day to celebrate human rights: The US State of Connecticut abolishes (!) the DEATH PENALTY.

 

words by Amnesty International here

24 April

 

Man vergleiche diese Rhetorik:

Schweiz: Aufregung über Deutschen-Diskriminierung

mit dieser Rhetorik:

Deutschland und Frankreich wollen Europa abriegeln

 

Manchmal bleibt nur zu fragen: In was für einem Land, in was für einer Welt lebe ich eigentlich?

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  • #1

    Manon (Wednesday, 25 April 2012 21:41)

    Ein Hoch auf das vereinte Europa! Hauptsache D kommt nicht bald auf die Idee, dass es hier zu viele Niederländer gibt :P
    Ein Trauerspiel!

2. März

Noch zweieinhalb Monate bis zum ESC in Baku. Auf der offiziellen deutschsprachigen Internetseite der Veranstaltung www.eurovision.de finden sich allerlei interessante Informationen rund um das Event.

 

Fairerweise wird dort auf die politische Situation in Aserbaidschan zumindest hingewiesen. Doch wie diesen Widerspruch lösen - schönes Event versus politische Brisanz?

Allein für die Vorbereitung zur Ausrichtung des ESC in Baku rund 20.000 Menschen vertrieben, ihre Häuser zerstört, um eine neue Konzerthalle zu bauen. Kann der Veranstalter dazu schweigen?

 

Toll fände ich zum Beispiel, wenn alle für Armenien anriefen und das Land, das Aserbaidschans Erzfeind ist, in Baku zum Gewinner gekürt würde. (Was keine wirkliche Lösung darstellen würde) :-)

 

  • Die Problematik verkürzt dargestellt von extra3.
  • Interview mit dem aserbaidschanischen Blogger Emin Milli.
  • Gute Darstellung des Konflikts zwischen Event und Politik vom NDR.

28. Februar

Lego bringt eine geschlechter-stereotype Serie für Mädchen heraus. Ein Traum aus Pink. Sie selbst sagen: Das ist das Ergebnis kulturanthropologischer Studien. Die Süddeutsche Zeitung sagt: Das ist ein emanzipatorischer Alptraum. 

 

Das Ergebnis kulturanthropologischer Forschung, so viel steht fest, sähe ganz bestimmt anders aus. Das beweist zum einen, dass man mit zielgerichteten 'Studien' auch genau die Ergebnisse erreichen kann, die man sich vorher gewünscht hat.

Zum andern beweist es, wie manipulierbar wir sind. Lego für Mädchen? Na endlich! Ergebnis von 'Studien'? Wird schon stimmen. Und auf irgendwen treffen solche Klischees auch immer zu. Irgendwer wird's kaufen und toll finden. Wie lange geht das eigentlich noch so? Ich dachte, das 21. Jahrhundert stehe im Zeichen der Postmoderne? 

Großes Minus für die dänischen Spielzeughersteller, die ihre Geschäfte anscheinend auch nicht anders zu retten wissen, als mit dem Herumreiten auf KlischeesDiese Zielgerichtetheit eröffnet Lego neue Märkte. Hat das Unternehmen nicht angefangen mit einem Haufen bunter Steine? Geschlechts- und irgendwie altersneutral? Bevor dann Lego Technik kam und jetzt, hmm, Lego Friends?

Der Göttin sei Dank, dass wenigstens die SZ noch Kapazitäten hat, auf diesen Unsinn aufmerksam zu machen. Ich wünsche mir, dass niemand diese Serie kauft und Lego bankrott auf dem Gender-Friedhof landet. Alles, was dann vom Abenteuer-Technik-Friends-Imperium bliebe, wären ein paar bunte Steine. Und mit denen (und ein wenig Fantasie!) kann man dann wieder etwas Schönes bauen.

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  • #1

    Julie (Tuesday, 28 February 2012 15:59)

    Das Ergebnis kulturanthropologischer Forschung sähe vermutlich eher aus wie die LEGO & Gender-Serie Anita Sarkeesians. In zwei wirklich tollen, sehenswerten Videos werden LEGOs Marketingstrategien in Hinblick auf Geschlechterkonstruktionen analysiert. Viel Spaß beim Angucken via Mädchenmannschaft (http://bit.ly/xaifJL) oder direkt auf FemFreq (http://bit.ly/w7nQxS).

07 Şubat 2012

100 temel eser

İşte tam böyle bir liste istedim. Zaten liste hastalığım var yani işim varsa yapmak zorunda kalacağım işlerinden liste yapınca onu bitirmeyi çalışıyorum. Alışveriş? check - Ders çalışmak? check - Eğlenmek? check 

Kitap listeleri daha çok sevimli bir şey. Şimdi Türkiye Milli Eğitim Bakanlığın Onaylı 100 Temel Eser Listesini buldum. Oley! 

Sevgili Türk arkadaşlarımı: siz iyi vatandaş mısınız? Eserlerin hepsini siz de okudunuz mu? :-)

Ne güzel ki dünya edebiyatı da listeye konmuştur. Alman edebiyatının tek eser - tabii - Goethe'nin Faust'tur. 

Nereden başlayalım? Hiç süphe yok ki bir no'lu eser rahmetli Atatürk'ün Nutuk olmalı. Kim okudu - açıkça!

Ben Orhan Veli'nin Bütün Şiirleri'yle başlıyorum. Haydi bakalım...

 

100 Wichtige Werke

Na wer sagt's denn, genau auf so eine Liste habe ich gewartet. Ich bin sowieso verrückt nach Listen und verwandele alles, was ich machen muss, in eine Liste. Einkaufen? check - Lernen? check - Ausruhen? check

Bücherlisten sind darum etwas noch viel Schöneres. Vor kurzem habe ich eine Liste des türkischen Bildungsministeriums gefunden, die die 100 wichtigsten Werke angibt. Juhu!

An meine lieben türkischen Freunde: Seit ihr gute StaatsbürgerInnen? Habt ihr alle diese Werke gelesen? :-)

Auch schön, dass Weltliteratur mit auf der Liste steht. Ist ja irgendwie klar, dass von allen deutschsprachigen Werken der Faust auserkoren wurde.

Also, wo beginnen? Bei der Nummer 1? Das war übrigens auch klar, dass das Atatürks gesammelte Reden sein würden. 

Ich fange mit Orhan Velis Gedichtesammlung an. Mal sehen wie weit ich komme...